Das Amt des Großwesirs blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück. Seinen Ursprung hat das Wesirsamt in seiner heutigen Funktion in der Hofhaltung der frühen Kalifendynastien. Diese umgaben sich oft mit einem großen Staat an Beratern und Dienern, die ihre Positionen dem persönlichen Vertrauen des Herrschers schuldeten. Die herausragendsten Günstlinge unter ihnen wurden hohe Stellvertreter des Kalifen und der mächtigste, seinem Herren am nächsten stehende unter ihnen führte schnell das Amt eines Groß- oder auch Obersten Wesirs. Damit war er engster und persönlichster Vertreter des Befehlshabers der Gläubigen.
Im Zuge der Modernisierungen im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert hat sich das Amt des Großwesirs stark gewandelt. Statt als oberster Hofbeamter des Kalifenpalastes fungiert er nun als faktischer Regierungschef, der jedoch nach wie vor einzig und allein dem Kalifen Rechenschaft schuldig ist.
Der momentane Amtsinhaber des Großwesirats ist Chou'aib Bey. Der 1937 im punischen Alexandria geborene Nabiter gilt als westlich orientierter Technokrat. Er studierte in Losonien und Albernia Staats- und Politikwissenschaften, arbeitete danach zeitweise unter dem Fajed-Regime als außenpolitischer Berater, bevor er sich 1989 mit dem Regime überwarf. Daraufhin folgte die Emigration nach Kasphien, wo er für einige islamische Banken tätig war. Diese Tätigkeit führte ihn auch nach Dschamal, seit 2003 hat er dort seinen Hauptwohnsitz. Aufgrund der dort engen Verflechtung von politischer und wirtschaftlicher Macht hatte er enge geschäftliche Beziehungen mit einigen naufalitischen Prinzen, die ihn schließlich in das Umfeld des Kalifen brachten, der ihn 2011 zum Großwesir ernannte.